2016 - Moral

Ludwig Thoma

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Mit Ludwig Thomas „Moral“ schauen wir zwar über unsere Staatsgrenzen hinaus, bleiben aber doch im alpenländi-schen Raum und damit kulturell „in der Nähe“.

Fritz Beermann, Familienvater und Rentier, ist recht um-triebig. Nicht nur, dass er sich bei den vereinigten Liberal-Konservativen als Kandidat zum Reichstag hat aufstellen lassen, er präsidiert auch dem örtlichen Sittlichkeitsver-ein, der vor allem das unsittliche Treiben einer gewissen Ninon de Hauteville mit Argusaugen beobachtet. So weit, so gut. Doch dann passiert Unvorhergesehenes: Bei einer Polizeirazzia im Hause der Hauteville wird nicht nur diese verhaftet, sondern auch noch ihr Tagebuch konfisziert … und das enthält brisante Informationen. Hat sie doch penibel Aufzeichnung über ihre Kundschaft geführt. Und da erweisen sich etliche führende Mitglieder des Sittlichkeitsvereins plötzlich als Stammgäste in einem Etablissement, dem sie eigentlich öffentlich den Kampf angesagt haben. Und um diese öffentliche Moral zu wahren, ist so mancher bereit, recht eigenwillige Wege zu gehen. Und noch turbulenter wird die Situation, als sich herausstellt, dass auch der Hochadel vor den Toren der Hauteville nicht Halt gemacht hat.

Ludwig Thomas Komödie erlebte 1908 ihre Uraufführung und gilt bis heute als einer seiner größten Erfolge. Noch ehe er sich nach dem Ersten Weltkrieg dem rech-ten Flügel verschrieb, erwies er sich als bissiger Satiriker und rasiermesserscharfer Analytiker der (Miss)Verhältnisse seiner Zeit. Und da kaum etwas so haltbar ist wie menschliche Scheinmoral und -heiligkeit, hat das Stück auch heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

Spieltermine

  • Freitag, 25. November 2016 um 20:00
  • Samstag, 26. November 2016 um 20:00
  • Sonntag, 27. November 2016 um 16:00
  • Freitag, 2. Dezember 2016 um 20:00
  • Samstag, 3. Dezember 2016 um 20:00

Besetzung

Betty – Zimmermädchen bei Beermann

Von Zigarren über Cognac bis Eierlikör – diese Frau hat einfach alles auf Lager.

Mariella Simon

Klara Bolland – Bollands Frau

Hochkulturelle Dame, die alles rasend interessant oder wenigstens grrroßartig findet.

Julia Plöchl

Fritz Beermann – Rentier

Politisch und moralisch höchst engagiert, aber allzu genau muss man es ja nicht nehmen.

Vincenz Scharner

Effi – Tochter der Beermanns

Mehr an indischen Tänzerinnen als an politischen Veranstaltungen interessiert.

Caroline Hecht

Madame Ninon de Hauteville – Eine Private

Diskret und professionell im Umgang mit ihrer Kundschaft, penibel in der Buchführung.

Lisa Armberger

Josef Reisacher – Ein Schreiber

Schon altgedient und in der Analyse des polizeilichen Dienstes rasiermesserscharf.

Gerald "Poe" Pöschl

Oskar Ströbel – Herzogl. Polizeiassessor

Neu im Geschäft und mit der Balance zwischen Über- und Untereifer ziemlich überfordert.

Caspar Blasch

Frau Lund – Eine alte Dame

Spielt wie eine alte Russin und kann Sittlichkeitsvereinen rein gar nichts abgewinnen.

Clara Paflik

Dr. Hauser – Justizrat

Gelassener Beobachter im Hintergrund, den einzig Beermanns Raffinesse aus der Reserve lockt.

Alex Soecknick

Freiherr von Simbach – Herzogl. Polizeipräsident

Duckt nach oben und tritt nach unten – das Urbild des Staatsbeamten.

Max Schmatz

Hans Jakob Dobler – Dichter

Halbverhungerter Poet mit einem Hang zur unverfälscht echten Darstellung der Wirklichkeit.

Caspar Blasch

Lina Beermann – Beermanns Frau

Schaut dem Treiben lange zu, bis sie bemerkt, dass mehr als nur ihre Ehe am Spiel steht.

Anna Zettl

Adolf Bolland – Kommerzienrat

Hochmoralischer Geschäftsmann mit dramatischem familiären Hintergrund.

Darius Djawadi

Otto Wasner – Gymnasiallehrer

Widerwilliger Sammler der obszönen Produktion, und alles nur zur Gesundung des Volkes.

Niko Nagl

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